PS: Ich liebe Dich

PS: Ich liebe Dich

Wenn wir Oldtimer in einem Museum sehen, dann handelt es sich in der Regel um ein Technik-Museum. Nicht so bei der Ausstellung „PS: Ich liebe dich – Sportwagendesign der 50er bis 70er Jahre“. Denn die rund 30 „Exponate“ stehen in Düsseldorf im Museum Kunstpalast. Und das hat auch seinen Grund: es geht nicht um PS, Hubraum oder Höchstgeschwindigkeit. Es geht vielmehr um die Entwicklung des Designs von Sportwagen aus den 1950er bis in die 1970er Jahre.

Die Ausstellung sollte man aber mit einer Führung besichtigen. Zu viele aufschlussreiche Hintergrundinformationen gehen sonst verloren. Auf Grund des großen Interesses hat der AvD-Club Wuppertal gleich 2 Führen parallel gebucht. Insgesamt 40 Mitglieder und Freunde machten sich so auf den Weg, die Geheimnisse guten Sportwagendesigns zu erkunden.

In den 1950er Jahren beginnend hatten die Sportwagen – im Gegensatz zu heute – durchweg ein „freundliches“ Gesicht. Ein lächelnder Kühlergrill und große runde Augen zeichneten viele Sportwagen aus. Heute muss eine Sportwagen „aggressiv“ wirken, um gut verkauft zu werden. Ein weiteres Merkmal ist den damaligen Sportwagen gemein: der goldene Schnitt. Die Proportionen von Motorhaube, Fahrerkabine und Heck folgen damit grafischen Grundbedürfnissen unseres ästhetischen Empfindens. Schon da Vinci wusste davon.

Die Ausstellung war nach Jahrzehnten gegliedert, was auch weitestgehend den unterschiedlichen Designepochen entsprach. In den 60er Jahren wurden die Sportwagen schon flacher, bis in den Siebzigern schließlich die typische Keilform Einzug ins Automobildesign nahm.

Neben bekannten Klassikern, wie den Jaguar E-Type – für deren langen Motorhaube extra der Lastenaufzug ausgefräst wurde, waren auch seltene Prototypen von Mercedes und BMW sehen. Zu den Erkenntnissen aus dem Design hatte der Begleiter unserer Führung noch zahlreiche Anekdoten auf Lager. Z.B. warum Senor Lamborghini nach Traktoren und Kühlschränken plötzlich in den Sportwagenbau einstieg. Oder warum der  De Tomaso Mangusta so hieß, wie er hieß.

Bemerkenswert an dieser Ausstellung ist auch, dass nahezu alle Exponate aus Sammlungen von Autoliebhabern der näheren Umgebung um Düsseldorf herum stammen. Alles in allem war diese Ausstellung absolut sehenswert und eine Bereicherung des Automobilen Veranstaltungskalenders des AvD-Club Wuppertal.

Von |2018-12-19T22:15:56+00:0021.11.2018|AvD Unterwegs, Veranstaltungsberichte|0 Kommentare

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