Freitag, 6:55 Uhr – es sind alle an Bord. Auf die AvD-Mitglieder ist eben Verlass. Und so startete die diesjährige AvD-Bus-Genusstour überpünktlich in Richtung Baden-Baden.

Neben dem AvD-typischem Wetter (wolkenloser Himmel) war auch wieder für die AvD-typische Verpflegung gesorgt. Frische Croissants und gekühlter Cremant ließen erahnen, welche Genüsse noch auf uns warten werden. Ein kurzer Zwischenstopp in Medenthal bot Gelegenheit, sich die Beine zu vertreten, frischen Kaffee oder Tee zu trinken und sich mit handgemachten Frikadellen zu stärken.

Der von Küppers gemachte Zeitplan war perfekt abgestimmt und so kamen wir pünktlich um 12 Uhr am Rastatter Schloss aus der Barockzeit zur Schlossführung an. Hier erwartete uns bereits eine Schlossführerin, die uns mit badischer Gemütlichkeit die Räumlichkeiten der Markgrafen zeigte. Neben dem Schlafgemach, das nur repräsentativen Zwecken diente, erfuhren wir auch von samtbezogenen Wandverkleidungen – mit Goldfäden gewebt, die rund 2.000,- Euro pro Quadratmeter kosten. Interessant war auch das geschichtsträchtige Schreibkabinett, in dem der Markgraf seinerzeit den Friedensvertrag unterschrieb.

Nach dieser „kräftezehrenden“ Führung mussten wir uns erstmal stärken. So fuhren wir auch gleich zum Hopfenschlingel – eine Hausbrauerei, die neben selbstgebrauten Pils und Weizen auch regionale Küche anbietet. Das naturtrübe Pils kann ich nur empfehlen – und das sage ich als Weintrinker! Ebenso die schwäbischen Teigtaschen, die in einer köstlichen Gorgonzola-Sahne-Sauce serviert wurden, waren ein Genuss. An dieser Stelle muss ich mal ein Lob an unseren Busfahrer aussprechen, der ganz souverän dieses riesige Gefährt rückwärts zentimetergenau auf den Parkplatz bugsierte.

Nach der Stärkung waren wir bereit für die nächste Sehenswürdigkeit – das Fabergé-Museum in Baden-Baden. Aber wer mochte, konnte sich auch Baden-Baden anschauen. Der Ort bietet sehenswerte Architektur, Casinos, ein sehr schönes Kurhaus und zufällig an diesem Wochenende auch das SWR3-Pop-Festival.

Nach einer kurzen Fahrt gelangten wir zum Hotel – dem Hotel Rebenhof in Baden-Baden Neuweier. Es  liegt traumhaft schön inmitten von Weinbergen. Die Zimmer waren gut ausgestattet, ruhig und sauber. Am Abend konnten wir uns zudem von den kulinarischen Fähigkeiten der Hotelküche überzeugen.

Der Samstag begann nach einem ausgedehnten Frühstück im Hotel  mit einer Fahrt über die Schwarzwaldhochstrasse, die gut 1.000 Meter über N.N. Liegt und fantastische Aussichten auf die Täler und Hügel des Schwarzwaldes bot. Die Straße führte uns nach Freudenstadt. Die 1599 gegründete Stadt zeigte sich bei bestem Wetter von der schönen Seite. Ein Flohmarkt lud zum Stöbern ein, die kleinen Geschäfte zum Shoppen und die Cafés zum Verweilen. Hier konnte jeder seinen Aufenthalt nach Belieben gestalten.

Eine halbe Stunde später befanden wir uns bereits in Alpirsbach, das insbesondere für sein schönes Kloster und die angeschlossene Klosterbrauerei bekannt ist. Hier kehrten wir zunächst in den Brauereigasthof Löwen-Post ein, in dem neben frischen Alpirsbacher Herbstbier auch Leberkäse oder eine rustikale Schinkenplatte auf uns warteten. Nach dieser Stärkung bot sich die Gelegenheit an, das kleine Örtchen zu erkunden oder das Kloster zu besuchen, das ein Besuch wert ist.

Die nächste Station war Schiltach. Begrüßt wurden wir am alten Bahnhof von einem knallroten Schienenbus, der – wie unser alter Samba-Zug nach Cronenberg – auch stillgelegt ist. Nach kurzem Fußmarsch gelangten wir in das Zentrum der alten Fachwerkstadt, das komplett unter Denkmalschutz steht. Oder man besichtigte das   Sägemuseum, um sich ein Bild von der Arbeit der frühen Forstwirtschaft machen zu können – es war ein Knochenjob.

Weiter ging es dann nach Baden-Baden. Dort wartete Graf Rico von Brühl, ein Mitglied des AvD-Club Wuppertal, in seiner Galerie auf unsere „Delegation“ und nahm uns ganz herzlich in Empfang. Man muss dazu sagen, dass er uns einlud und seine Galerie extra für uns öffnete. Denn 2 Tage nach unserem Besuch kam die Spedition, um die Kunstwerke in ihre „Heimat“ nach Mallorca zu bringen.

Am Abend machten wir einen Abstecher in die Straußwirtschaft des Weingut’s Maier. Wie es sich für ein Weingut gehört, wurde uns zum Dreigänge-Menü je ein Wein serviert, der uns vom Winzer empfohlen wurde. Und die Empfehlungen waren wirklich gut, denn die Weine passten perfekt zu den einzelnen Gängen. So gut, dass die ein oder andere Flasche auch mehrmals nachbestellt wurde. Und auch das Essen war hervorragend. Es schmeckte wie bei „Mutti“. Und tatsächlich: die Mutter des Winzers kam kurz darauf zu uns in die Straußwirtschaft und half – nach dem Kochen – bei der Essensverteilung. Alles in allem ein uriges Lokal mit netten Winzern, tollen Weinen, schmackhaftem Essen und einer Bombenstimmung.

Am nächsten Morgen starteten wir nach dem Frühstück bereits um 9:00 Uhr in den Tag. Das war auch gut so, denn auf der Rückfahrt warteten noch einige Zwischenstops und Sehenswürdigkeiten. Entlang der Badischen Weinstraße gab es viele romantische Weinörtchen zu sehen. Eines der größeren war die Ortschaft Sasbachwalden. Ein Fachwerkhaus neben dem anderen und Geranien in jedem Blumenkasten – dieser Ort ist der Inbegriff eines Schwarzwalddorfes.

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Im etwa 24 km entfernten Schloss Staufenberg machten wir Halt zur Weinprobe. Aber schon die Anfahrt war abenteuerlich, denn der Weg ist gerade so breit wie unser Bus und geht steil nach oben entlang an Abhängen. Wehe, wenn uns hier ein Auto entgegen gekommen wäre. Hier bewies unser Busfahrer starke Nerven, der völlig „cool“ den steilen Weg hochfuhr.

Die Weinprobe begann mit einem Rieslingsekt und einer kurzen Einführung zum Schloss Staufenberg und die klimatischen Bedingungen der Region. Dabei konnten wir vom Berg aus bis nach Strasbourg schauen. Im Inneren des Schlosses wurden uns dann drei weitere Weine kredenzt, die von einigen Mitreisenden auch gleich bestellt wurden.

Den Wein hatten wir also bereits getrunken – fehlte noch das Mittagessen. Dazu fuhren wir nach Sinzheim zum „Ochsen“. Hier wurden die besten Käsespätzle der Region serviert – sehr lecker aber auch sehr sättigend.

Nun begann endgültig die Heimreise, die wir aber gleich genutzt haben, um Ideen für die nächste Bus-Genuss-Tour 2016 zu sammeln. Und es gab viele Vorschläge, die durchweg hochinteressant für eine AvD-Bus-Genuss-Tour sind. Die nächsten 20 Jahre sind also gesichert.

Kurz vor Wuppertal blieb mir nur noch, mich für die großartige Kurzreise zu bedanken. Beim Busfahrer, für seine umsichtige Fahrweise – beim Cateringteam, das immer unser Wohl im Sinne hatte – bei allen Clubfreunden, die für viel Spaß und Abwechslung sorgten und schließlich bei Regina Küpper und ihrem Assistenten Klaus Küpper, für die perfekte Organisation dieser Reise. Wir freuen uns schon auf 2016.